Woher kommen die Schreibideen – „Allein auf Rügen“

Wer kennt es nicht? Da ist man im Urlaub, aber statt des erhofften Sonnenscheins, gibt es Dauerregen und schon nach kürzester Zeit hat man seine mitgebrachten Bücher ausgelesen, also geht man shoppen, durchwühlt sämtliche Läden, kauft unnötigen Schnickschnack und – ganz wichtig – neuen Lesestoff. Wie viel schrecklicher muss es sein, wenn man allein Urlaub macht?

Manchmal begegnet man  im Urlaub zufällig auch Bekannten. So haben wir auf einer Reise gleich drei Kindergarteneltern getroffen. Ein anderes Mal bummelten wir in Zinnowitz durch die Einkaufsstraße, als wir gerufen wurden. Überrascht sahen wir uns  um und entdeckten unsere Nachbarn, die uns von einem Café zuwinkten.

Aus solchen kleinen Erlebnissen lassen sich prima Urlaubsgeschichten entwickeln.

Woher kommen die Schreibideen – „Quallenalarm“

Habt Ihr schon mal in Dänemark an der Ostsee Urlaub gemacht? Wenn man Pech hat und der Wind ungünstig steht, ist das Wasser voller Quallen. Ein Bekannter erzählte, wie er versucht hat, den dichten Quallengürtel zu untertauchen. Leider hatte er die Entfernung unterschätzt und tauchte mitten in einer  Qualle auf. Schrecklich.

Normalerweise sah ich nur wenige Quallen in der Ostsee und machte dann vorsichtig einen Bogen um sie herum, auch wenn es harmlose Tiere waren. Aber ich mag sie einfach nicht. Doch eines Tages kam ich zum Strand und wunderte mich, warum keiner badete. Langsam tastete  ich mich ins kalte Wasser, um  mich daran zu gewöhnen. Plötzlich sah ich vor mir eine Riesenqualle, bestimmt in Schlapphutgröße. Obwohl ich vorher noch nie bewusste eine Feuerqualle gesehen hatte, wusste ich genau, dass es eine war.  Entsetzt wich ich nach rechts aus, nur um vor der nächsten, noch größeren zu stehen, links schwamm  auch eine.  Egal wohin ich sah, überall waren diese riesigen orangefarbenen Feuerquallen. Sie umzingelten mich regelrecht. Verängstigt tastete ich mich im Schneckentempo im Zickzack durch diesen Feuerquallengürtel.  Und war erleichtert, als ich endlich das rettende Ufer erreicht hatte. An diesem Tag ging ich nicht mehr schwimmen und verstand, warum die anderen Feriengäste sich lieber sonnten als zu baden. Seither achte ich immer vorher darauf, ob ich irgendeine Qualle im Wasser entdecke oder ob es ein besonders auffälliges Verhalten bei den anderen Strandbesuchern gibt.

Rena gerät in „Quallenalarm“ so wie ich damals in Panik und weiß nicht, wie sie sich retten soll. Die Geschichte ist in „Sonne, Strand und Federwolken“ nachzulesen.

Woher kommen die Schreibideen – „Ausgerechnet Urlaub im Schwarzwald“

Wer macht heute noch Urlaub in Deutschland? Vielleicht einen Wochenendausflug in eine Großstadt, eventuell verbunden mit einem Musicalbesuch, oder einen Kurzurlaub an der Ostsee oder in den Alpen. Aber die anderen, ehemals begehrten Urlaubsregionen dümpeln heute oft vor sich hin. So erfuhren wir sowohl von Wirten im Harz als auch im Schwarzwald, dass sie nicht mehr so viele Gäste wie früher haben. Natürlich gibt es auch dort gut besuchte Orte, wie Quedlinburg im Harz oder die Dörfer um den Feldberg im Schwarzwald, die sich nicht beschweren brauchen. Aber die nicht ganz so gefragten Orte kämpfen ums Überleben, siedeln Pflegeheime an oder versuchen mit Kletterparcours und attraktiven Veranstaltungen, wie Seenachtsfesten, Backkursen, Oldtimer Ralleys usw. Urlauber zu locken.
Mona und Ronja verschlägt es auf der Suche nach Erholung vom Arbeitsstress in so einen vergessenen Urlaubsort. Entsetzt stellen sie fest, dass das Dorf doch etwas ruhiger ist, als sie es sich gewünscht haben. Aber sie versuchen, das Beste daraus zu machen.
„Ausgerechnet Urlaub im Schwarzwald“ ist im E-Book „Ferien – Zeit zum Träumen“ nachzulesen.

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Woher kommen die Schreibideen – „Das Eiscafé im Teutoburger Wald“

Bei einem Kurzurlaub im Teutoburger Wald wanderten wir nicht nur durch Laubwälder, sondern schauten wir auch die Porta Westfalica mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal und das genauso kolossale Hermannsdenkmal an. Natürlich schlenderten wir auch durch einige kleinere Städte, an denen wir vorbeikamen, und stießen dabei auf ein Gradierwerk. In dem Kurort gab es außer dem Kurpark eine Reihe Restaurants, Cafés und Geschenkeläden. In dem Städtchen weilten vor allem ältere Leute und ich vermisste die Jugend.
Neugierig besichtigten wir das Gradierwerk, dort bekamen wir einen Schutzumhang für die Kleidung, atmeten die gesunde Salzluft ein, wurden in der Inhalationskammer eingenebelt und tasteten uns mit beschlagener Brille vorwärts. Hinterher las ich, dass die Kurkliniken dort Atemwegs-, Gelenk- und Hauterkrankungen behandeln. Als Autorin überlegte ich gleich, wie sich wohl eine junge Frau zwischen den vielen Senioren fühlen würde. Nachzulesen ist es in der Geschichte „Das Eiscafé im Teutoburger Wald“ aus dem E-Book „Ferien – Zeit zum Träumen“.

Woher kommen die Ideen zu Geschichten?

Inzwischen habe ich einige Interviews mitgemacht und bin schon öfter gefragt worden, woher die Ideen zu meinen Geschichten stammen.

Die Ideen liegen auf der Straße, man muss sie nur aufheben, antworte ich dann meistens. Treffender formuliert müsste es eigentlich heißen: Ich halte die Augen offen, merke mir möglichst viel und kombiniere verschiedene Erlebnisse passend. Die Freiräume dazwischen fülle ich dann mit viel Fantasie.

Am besten erkläre ich es mit einem Beispiel, der Kurzgeschichte „Nasse Paddeltour“  aus dem E-Book „Ferien – Zeit zum Träumen

Paddeltour

Vor längerer Zeit machten wir mit Bekannten eine Paddeltour. Ein Freund war etwas zögerlich, er meinte, dabei würde doch immer einer ins Wasser fallen. Doch die Gruppe ließ sich von uns „erfahrenen“ Kanuten überzeugen, dass das normalerweise nicht geschieht. Schließlich sind wir in vielen Jahren noch nie gekentert und so planten wir den Ausflug.

Das Wetter war gut, die Gruppe war bestens gelaunt und das Paddeln machte Spaß. Wir sahen Reiher, Schwäne und Blesshühner und alberten herum. Auf halber Strecke fanden wir eine Grünanlage, die für eine Pause wie gemacht schien. Wir stiegen aus, banden die Boote fest und machten es uns gemütlich.

Ausgerechnet der Bekannte, der Bedenken gehabt hatte, stieg als letzter aus. Dabei nahm er sein Gewicht beim Aussteigen nicht mit und drückte dadurch das Boot immer weiter vom Ufer weg. Bis er schließlich einen Spagat machte und nass wurde. Dabei hatte er Glück und fiel nicht völlig ins Wasser, sondern badete nur seine Hose.

Diesen Vorfall kombinierte ich mit der Erzählung einer Frau, die bei Segeln über Bord gegangen war und durch den Schock unter Wasser die Orientierung verloren hatte.  Obwohl sie eine gute Schwimmerin war, musste sie von einer Kameradin gerettet werden.

Herausgekommen ist bei mir natürlich eine völlig neue Geschichte, passend zur Sommer- und Ferienzeit.