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Ostseegeschichten, nicht nur für den Sommer

Was tut man in den Sommerferien? Auf dem Balkon, in der Bahn oder im Flieger sitzen und lesen? Oder vielleicht am Strand liegen und schmökern? Ich selbst lese allerdings nicht nur, sondern schreibe dann auch viel. Schließlich entfällt der Alltagsstress und die Ideen fließen leichter. Passend zu der Jahreszeit natürlich Feriengeschichten.

Ein paar diese Sommergeschichten hatte ich im schmalen E-Book „Strandkorburlaub“ vor Jahren veröffentlicht. Einige andere wurden in Zeitschriften gedruckt. Dazu kamen ein paar neue, die sich einfach auf meiner Festplatte langweilten. Also habe ich meine Ostseegeschichten zusammengetragen, überarbeitet und einer Lektorin geschickt. Im letzten Urlaub grübelte ich, bis ich einen Titel fand, der mir gefiel:

„Sonne, Strand und Federwolken“.

Anschließend bat ich wieder Tom Jay, mir ein Cover zu gestalten. Er schickte mir mehrere Fotos zur Auswahl und es fiel mir schwer, mich zu entscheiden, da mir vier davon gut gefielen. Aber eins fand ich besonders passend und nahm es. Inzwischen ist das neue Buch formatiert und hochgeladen.

Vom 10.7. bis zum 21.7.17 gibt es „Sonne, Strand und Federwolken“ zum Einführungspreis von 99 Cent bei Amazon, Thalia, Weltbild, Hugendubel, Buch.de, Bücher.de und ebook.de.

Cover_ebook Kopie

© rcfotostock – Fotolia.com
Covergestaltung: TomyJay – bookcover4everyone / http://www.tomjay.de

 

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Ferieninsel Krautsand

Die kleine, sturmgebeutelte Elbinsel Krautsand liegt zwischen Hamburg und Cuxhaven. Früher befand sie sich wirklich im Strom, doch im Laufe der Jahrhunderte sorgten Wind und Wellen dafür, dass sie ans Ufer gespült wurde und nur noch von der Wischhafener Süderelbe, der Krautsander Binnenelbe und dem Ruthenstrom vom Festland getrennt ist. Seit der Eindeichung 1976 ist das Leben sicherer geworden und die Häuser werden nicht mehr wie früher auf Wurten gebaut.
Viehweiden und Obsthöfe sorgen für ländliche Idylle. Der alte Hafen mit dem Ewer, der durch den Deich den Zugang zum Fluss verloren hat, Leuchttürme und Seefahrerkirche sorgen für maritimes Flair. Der Deich mit den Schafen und der lange Strand laden zu Spaziergängen ein. Zum Schauen gibt es auf der Elbe immer genug große Pötte und weiße Segelboote.
Ausflügler und Urlauber können auf Krautsand Fahrrad fahren, baden, wattwandern, angeln und einfach die Ruhe genießen. Zum Einkaufen fährt man mit dem Auto oder dem Fahrrad ins nahe Drochtersen. Cafés und Restaurants sorgen für das leibliche Wohl.

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Es war einmal

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Natürlich brachten wir früher aus dem Urlaub den Daheimgebliebenen Mitbringsel mit. Genauso wie wir von unseren Großeltern etwas erhielten. Die damals so beliebten Mokkalöffel habe ich nie benutzt, sie aber aus Sentimentalität aufgehoben.
Obwohl wir uns immer wieder vorgenommen haben, keine Andenken zu kaufen, werden wir regelmäßig rückfällig. Allerdings versuchen wir Verbrauchsgüter, wie Seife, Pralinen oder Wein mitzubringen, um die Anzahl der Staubfänger zu reduzieren.
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Es war einmal

Fahrräder2Reisezeit

Als junge Erwachsene zelteten wir im Sommer. Zum einen waren wir frei, konnten, wenn uns danach war, erst gegen Mittag frühstücken, zum anderen war es einfach schön, in der Natur zu sein. Nach dem Urlaub war ich immer abgehärtet, fror nicht mehr so schnell und bekam seltener Erkältungskrankheiten. Aber der Hauptgrund war natürlich das preiswerte Reisen.
Einmal im Jahr machten wir Freunden eine Fahrradtour. Mit Sack und Pack, Zelten und Grillzubehör fuhren wir sechzig bis achtzig Kilometer zu dem ausgewählten Campingplatz, um dann am übernächsten Tag wieder zurückzuradeln.
Wenn ich heute auf den Straßen Fahrradfahrer sehe, sind sie meistens in meinem Alter, häufig sogar älter. Junge Leute beobachte ich selten auf Radtouren. Auch unsere Kinder sind bequem, sie verzichten lieber auf eine Reise, wenn sie nicht im Hotel übernachten können.
Dabei entgeht ihnen so viel: Igel, die mitten in der Nacht den Käse auffressen. Mäuse, die das Brot annagen. Mücken, die keinen Respekt vor dicken Jeans haben. Hagelschauer, die eine Eisflut durch das Zelt treiben …
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Ferienbeschäftigung

Schon seit der Schulzeit liebe ich es, in den Ferien zu lesen. Egal, wo ich sie verbringe, schmökern kann ich überall. Ob daheim auf der Terrasse oder dem Balkon, ob am Strand oder in den Bergen nach einer langen Wanderung.
Morgens ausschlafen und vor dem Aufstehen noch im Bett lesen und natürlich abends vor dem Einschlafen auch noch eine Runde. Endlich habe ich Zeit und kann die Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke in Ruhe abarbeiten.
Als die Kinder klein waren, bauten sie Sandburgen und ich durfte lesen. Ab und zu musste ich dann den Sand aus den Seiten schütteln und auf dem Rückweg waren die durchgelesenen Bücher erheblich dicker, weil ich nicht alles hinausbekam. Eine Reisetasche war immer mit Lektüre gefüllt. Für mich und für die Kinder, in der Hoffnung, dass sie endlich einmal lesen würden, wenn sie nichts Besseres zu tun hatten. Fernsehen gab es nicht, auf jeden Fall keine deutschen Sender. Zum Glück glaubten sie es uns noch und spielten nicht selbst an der Satelliteneinstellung herum.
Dank der E-Books ist mein Gepäck in letzter Zeit erheblich leichter geworden. Und falls ich tatsächlich alles durchgelesen habe, muss ich nicht die letzte deutsche Illustrierte im Hotelkiosk kaufen, sondern kann ganz einfach etwas Neues herunterladen.
Ob allerdings meine Kinder diese Freizeitbeschäftigung übernehmen, bezweifle ich. Den jungen Leuten ist das Handy inzwischen an der Hand festgewachsen. Aber vielleicht schaffen sie es, zwischen lesen und schreiben von SMS und im Internet surfen, ein paar Seiten im E-Book zu blättern.

Der Strandkorb

 

Nicola packte ihr Netbook in die Badetasche. Darauf legte sie ihre Unterwäsche, T-Shirt und Shorts. Sie stellte die Tasche neben den Strandkorb. Gewollt achtlos warf sie ihr Handtuch darüber. Erst dann stürzte sie sich ins Wasser. Herrlich, das kühle Nass befreite ihren Geist. Über eine halbe Stunde blieb sie im Wasser, bevor sie zurücklief. Sie war etwas abgetrieben und musste suchen, bis sie ihren Platz und ihre Tasche entdeckte. Lag sie nicht woanders? Ihr Herz sackte in ihr Höschen. Nicht ihr Netbook. Es war zwar alt, nur deshalb hatte sie sich getraut, es überhaupt an den Strand mitzunehmen. Aber die vielen Stunden, die sie an ihrer Doktorarbeit gesessen hatte. Ihre Schritte wurden immer länger und schneller. Endlich erreichte sie das Handtuch. Ihre Tasche lag darunter und auch das Netbook war noch drinnen. Erleichtert atmete sie tief durch, trocknete sich ab, zog die Tasche näher an den Strandkorb und ließ sich dort nieder. Irgendein Fremder hatte ein Tuch und ein Polohemd hingelegt. Sie schob es zur Seite, fuhr ihr Netbook hoch und arbeitete weiter. Im Freien machte das Arbeiten viel mehr Spaß. Wie gut, dass ihr Akku stundenlang hielt. Darauf hatte sie vor Jahren beim Kauf auch besonders geachtet. Klein, handlich und lange Laufzeit. Den sonstigen Firlefanz brauchte sie nicht, sie benutzte es hauptsächlich als Schreibmaschine. Gerade jetzt. Eigentlich konnte sie sich gar keinen Urlaub leisten. Sie musste ihren Abgabetermin einhalten und war schon etwas in Verzug. Aber ihre Mutter hatte gedrängt. „Fahr an die See. Sieh zu, dass du an die frische Luft kommst, sonst wirst du noch krank.“ Sie hatte ihr auch den Urlaub spendiert und gebucht. Nicola brauchte nur den Koffer packen und hinfahren.

Ihre Mutter hatte recht gehabt. Brauchte sie daheim ewig, um ein paar Seiten zu schreiben, flogen ihre Gedanken und ihre Finger hier. In drei Tagen wäre sie fertig, wenn sie so weitermachen würde. Dann musste sie nur noch einmal alles durchlesen und überarbeiten und die Bilder und Tabellen einfügen.

Als sie mit dem Kapitel zu Ende war, sah sie auf. Direkt neben ihr lag ein braungebrannter Mann auf einem Handtuch. Er sah durchtrainiert wie ein Bodybuilder aus. Ganz schön dreist, ihr so auf die Pelle zu rücken. Sie fröstelte, daher zog sie ihr T-Shirt aus der Tasche und zog es über. Dann vertiefte sie sich wieder, wurde aber bald hochgeschreckt, als der Braungebrannte das T-Shirt vom Sitz neben ihr griff und es sich überzog. Aber Nicola war zu sehr in ihre Arbeit vertieft, um sich darüber Gedanken zu machen. Sie schrieb und schrieb. Ab und zu öffnete sie andere Dateien, schaute sich ihre Notizen noch einmal an, anschließend schrieb sie weiter.

„Wenn Sie weiter in der Sonne sitzen, bekommen Sie einen Sonnenbrand.“

Sie zuckte zusammen. Was ging es diesen aufdringlichen Fremden an, ob sie einen Sonnenbrand hatte oder nicht? Sie beachtete ihn nicht, sondern schrieb weiter.

Schließlich räusperte er sich. „Entschuldigen Sie, ich möchte Sie in Ihrer wichtigen Arbeit nicht stören, aber ich würde jetzt gern den Strandkorb abschließen.“

Sie fuhr auf, blinzelte erst einmal. Was erzählte er da gerade? „Das ist mein Strandkorb“, fuhr sie ihn an.

„Nein, meiner.“ Er hielt ihr den Schlüssel hin, darauf stand AH 317. Sie kramte in ihrer Tasche, bis sie ihren Schlüssel fand. AH 318.

Er nahm ihn und las. Dann lachte er. „Ihr Korb steht eine Reihe weiter hinten.“ Er zeigte auf den Korb neben ihnen. Nicola schaute auf ihren Schlüssel, danach auf die Nummer am Strandkorb und errötete. Am liebsten wäre sie unter den Korb gekrochen.

(…)

Leseprobe aus „Strandkorburlaub”, das Buch ist von amazon zu beziehen.

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