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Ein neues Gewand

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Endlich habe ich mir für meinen Unterhaltungsroman „Petermanns Chaos“ ein neues Cover besorgt. Sieht es nicht gut aus? Mir gefällt die Arbeit von Tom Jay ausgezeichnet. Es passt hervorragend zu Wilhelm Petermanns mentaler Situation, denn in dem wohlgeordnete Leben des pedantischen Buchhalters bricht Chaos aus, als sich seine lebhafte Schwester mit drei Kindern, Hund und Katze bei ihm einnistet.

Das E-Book erscheint am 19.3.17. Zur Wiedereinführung gibt es das E-Book vom 19.3. bis 22.3.17 zu 0,99 €. Für Leser, die lieber ein richtiges Buch in der Hand halten möchten, habe ich es auch noch als Taschenbuch herausgegeben.

172 Seiten

ISBN-13: 978-3743142060

Taschenbuch bei Amazon, Thalia, Hugendubel

E-Book bei ThaliaAmazon,  Weltbild,

Hugendubel

 

Lächeln, und alles wird gut

Ich habe heute in der Zeitung gelesen, dass wir leichten Stress einfach mit einem Lächeln wegschieben können. Es braucht nicht einmal ein echtes Lächeln zu sein. Menschen, die berufsbedingt ständig lächeln, wie Verkäufer oder Frisöre, müssten dementsprechend gesünder sein. Allerdings fehlte dazu ein Vermerk in dem Artikel. Nur gegen Dauerstress soll es nicht helfen. Da wird Yoga oder autogenes Training empfohlen.
Also liege ich mit meiner Vorliebe für lustige Filme und Bücher richtig. Ich verschwende beim Lesen auch nicht meine Zeit, sondern tue etwas für meine Gesundheit.

Unangemeldeter Besuch 5

(…)
Sein Hinterkopf brannte. Langsam breiteten sich Kopfschmerzen aus. „Hättest du den Zoo nicht bei Horst lassen können?“, fragte er mürrisch.
„Diesem Unmenschen? Der kümmert sich überhaupt nicht um Hannibal und Cleo. Der würde sich freuen, wenn sie verhungerten.“
„Horst hat erheblich mehr Platz. Die Tiere haben es dort viel schöner“, stellte Wilhelm fest. Er schloss die Augen und tastete vorsichtig die Beule ab.
„Nein, das sind meine Lieblinge, die überlasse ich ihm nicht.“ Lydia funkelte ihn böse an.
„Hast du überhaupt kein Geld mit?“ Er öffnete die Augen wieder, erblickte auf der schwarzen Hose Tierhaare. Einzeln las er sie ab. Diese schwarz-braune Katze hatte so langes Fell, dass sie sich nicht mehr selbst pflegen konnte. In Wilhelms Augen wäre ihre beste Verwendung ein Pelzmantel gewesen. Aber als er es einmal im Scherz geäußert hatte, bekam Lydia einen entsetzlichen Wutanfall. Nur dem Eingreifen seines Schwagers verdankte er es, dass sie ihn nicht an Heiligabend mitten in der Nacht hinausgeworfen hatte.
„Nein, meine Scheckkarte liegt irgendwo in der Reisetasche. Mein restliches Geld habe ich für die Taxe zum Bahnhof, die Fahrkarte und die Hamburger ausgegeben. Zum Glück fahren die Kinder umsonst mit“, erklärte Lydia und schlug ihre langen, schlanken Beine übereinander.
„Ich finde es erstaunlich, dass du es mit den Kleinen, nebst Tierpark und und deinem halben Hausstand bis hierher geschafft hast.“
„Oh, das war gar nicht schwierig. Meine Taxe hielt genau vor der Bahnhofsmission und die Leutchen halfen mir in den Zug. Und in meinem Abteil war ein sympathischer junger Mann, der mir beim Aussteigen half und mir einen Kofferkuli besorgte.“
Lydia fand immer hilfsbereite Menschen, stellte Wilhelm erbost fest. „Dadurch hat er dann leider seine Bahn verpasst“, riet er.
„Nein, nein, er ist noch schnell in das letzte Abteil gesprungen, bevor sich die Türen schlossen.“
Wilhelm schüttelte fassungslos den Kopf. Wie sollte es jetzt bloß weitergehen? „Wie stellst du dir die Zukunft vor? Du kannst nicht hierbleiben, dafür ist die Wohnung zu klein.“
(…)

Leseprobe aus „Petermanns Chaos“, das Buch ist bei Amazon zu beziehen.

Unangemeldeter Besuch 4

(…)

Wilhelm verteilte das Gepäck in der Wohnung. Einen Teil brachte er gleich ins Schlafzimmer. Dabei stolperte er über die Hundeleine. Beim Versuch das Gleichgewicht mit ein paar Schritten zurück zu gewinnen, trat Wilhelm auf eine Reisetasche und fiel hin. Im Fallen schlug er mit dem Kopf gegen die Wohnungstür. Hannibal jaulte laut auf. Er selbst verbiss sich einen Fluch.

Nico kletterte über einen Koffer und den Katzenkorb zu ihm, Hannibal folgte und leckte ihm übers Gesicht.

Wilhelm schob den Hund, eine Straßengrabenmischung mit viel Terrier, entsetzt von sich.

„Nico, geh in die Küche“, befahl er.

Nachdem er das gesamte Gepäck im Flur und Schlafzimmer gestapelt hatte, eilte er wieder hinunter.

„Musstest du dem Kerl so viel Geld geben? Der hat mich vielleicht angemacht! Wir hätten die Sachen auch allein hochtragen können“, empfing Lydia ihn.

„Wolltest du hier noch länger stehen? Du hast dich bereits zum Schauspiel der Straße gemacht“, wies Wilhelm sie zurecht. Sein Kopf pochte. Er spürte, wie die Beule wuchs. Nur mit Mühe beherrschte er sich. Dabei geriet er höchst selten in Wut.

„Wieso?“, fragte Lydia ahnungslos.

Kaum merklich nickte Wilhelm nach links oben.

Lydia drehte sich um und schaute hoch. Im zweiten Stock des Nachbarhauses bewegte sich eine Gardine.

„Unsere alte Jungfer beobachtet alles genau.“

Spontan hob seine schreckliche Schwester den Arm, winkte und warf Kusshändchen. Dabei funkelten ihre blauen Augen und Lachfältchen verzauberten ihr Gesicht.

„Lydia, das reicht! Benimm dich nicht so provozierend.“

„Wer benimmt sich peinlich? Ich oder die Alte?“ Sie lachte ihren Bruder an. „Sei doch nicht ständig so spießig.“

„Was machen wir mit dem Kinderwagen? Im Hausflur ist kein Platz, oben bei mir in der Wohnung aber auch nicht“, wechselte Wilhelm das Thema.

Lydia krauste die Stirn.

„Anna-Lena muss darin schlafen. Wir bräuchten nur das Oberteil. Das Fahrgestell kann in den Keller.“

„Gut, dann tragen wir das Baby hoch, und ich hole den Schlüssel.“

Sie lösten die Sicherungen und jeder griff sich einen Gurt von der Tragetasche.

Als Wilhelm das Fahrgestell hinunter trug, überlegte er, ob er Hund und Katze nicht ebenfalls in dem Verschlag unterbringen könnte. Aber Lydia würde es nie zulassen, sie liebte ihre Tiere abgöttisch. Allein der Vorschlag hätte einen Wutanfall bei ihr ausgelöst und bestimmt sein Porzellan reduziert. Gerade jetzt würde er alle Teller und Tassen benötigen.

Schwer atmend stieg er die Treppe hoch. Erschöpft ließ er sich in den Lehnsessel fallen.

„Vorsicht, Cleo“, schrie Lydia entsetzt auf.

Doch die Katze hatte die Gefahr rechtzeitig erkannt und war über die Rückenlehne auf den Schrank geflüchtet. Dort hockte sie und fauchte Wilhelm an.

(…)

Leseprobe aus „Petermanns Chaos“, das Buch ist bei Amazon zu beziehen.

Unangemeldeter Besuch 3

(…)
Mit einem besorgten Blick auf die Taschen und Koffer, den Kinderwagen mit seinem schreienden Inhalt, den bellenden Hund, den Nico inzwischen an der Leine hielt und das Katzenkörbchen zog Wilhelm einen Fünfzigeuroschein aus dem Portemonnaie. „Können Sie uns beim Hochtragen helfen?“, bat er.
„Bis wohin?“ Misstrauisch schaute der Fahrer die Fassade empor.
„Nur in den ersten Stock. Es würde dann so stimmen.“
„Aber Wilhelm …“, fiel Lydia ein. Mit einer Handbewegung warf sie ihre langen, blonden Haare nach hinten.
„Sind Sie so freundlich?“ Er lächelte den Fahrer an.
„In Ordnung.“ Der Chauffeur grapschte nach dem Schein und verstaute ihn. Dann schnappte er sich zwei Koffer und lief los. Lydia drückte ihrem Bruder den Katzenkorb in die Hand.
„Ich wollte die Reisetaschen nehmen“, wandte er ein.
„Nein, zuerst die Katze und der Hund“, bestimmte Lydia.
Gehorsam eilte Wilhelm mit dem Katzenkorb, einer Reisetasche und seinem Aktenkoffer beladen zur Wohnung.
Nico stolperte mit dem Hund an der Leine hinter ihm her. „Nicht so schnell, Onkel Willy“, japste er.
Auf dem Absatz begegnete Wilhelm dem Taxenfahrer, der die Koffer einfach mitten auf dem Treppenabsatz stehen gelassen hatte.
Wilhelm setzte die Tasche ab und suchte den Schlüssel. Doch bevor er das Schloss aufschließen konnte, musste er erst einmal Nico, der ihn erreicht hatte und vor der Tür wartete, wegschieben.
Inzwischen kam der Fahrer erneut, drängte den Hund mit dem Fuß zur Seite und ließ zwei Reisetaschen und die Windeltasche neben dem anderen Gepäck fallen.
„Den Kinderwagen schaffen Sie bestimmt alleine. Ich fahre dann.“ Bevor Wilhelm antworten konnte, verschwand er.
„Müssen Sie den Fluchtweg versperren, unerhört“, schimpfte Herr Koch aus dem dritten Stock. Er stand auf der letzten Stufe und konnte nicht weitergehen, weil der Podest vollgestellt war. Zwischen dem Gepäck stand Nico und hielt den Hund eisern fest, der herumwuselte und sich in der Leine verheddert hatte.
„Sie können doch nicht einfach alles hier abladen. Das ist eine Unverschämtheit“, giftete Herr Koch. Sein Gesicht färbte sich mehr und mehr. An der Schläfe trat eine Ader hervor.
Als Antwort bellte Hannibal aufgeregt und überschlug sich fast. In einer Hand hielt Wilhelm noch immer den Korb mit der fauchenden Katze, mit der anderen versuchte er verzweifelt den Schlüssel ins Schloss zu stecken. „Entschuldigen Sie bitte, ich räume sofort auf.“ Er versuchte, so souverän zu wirken, wie es mit einem an seinem Arm zerrenden kleinen Jungen ging. Natürlich dauerte es ziemlich lange, bis er die Tür geöffnet hatte.
Hastig schob er eine Tasche mit dem Fuß in den kleinen Flur. Dadurch verlor der Berg seinen Halt und rutschte ab. Wilhelm sprang vor und verhinderte im letzten Augenblick, dass ein unförmiger Beutel die Treppe hinunterstürzte. Allerdings fielen zwei Äpfel und einige Butterkekse heraus und mussten wieder eingesammelt werden. Endlich hatte er eine Schneise für den Nachbarn freigemacht.
„Und ich habe Sie bisher für rücksichtsvoll gehalten“, murmelte Herr Koch, als er vorbeiging.

(…)

Leseprobe aus „Petermanns Chaos“, das Buch ist bei Amazon zu beziehen.

Unangemeldeter Besuch 2

Seine Schwester hatte überraschend angerufen. Aus der konfusen Erzählung entnahm er, dass sie sich von ihrem Mann getrennt hatte und sich vorübergehend, bis sie etwas Besseres gefunden hätte, bei ihm einquartieren wollte. Wie Lydia mit ihren drei Kindern in seine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung passen sollte, überstieg sein Vorstellungsvermögen. Sie würden sein ganzes Leben durcheinanderbringen. Lydia fragte ihn, typisch für sie, überhaupt nicht, ob er mit dem Überfall einverstanden wäre, sondern teilte ihm nur mit, dass sie am Bahnhof stände und ihn von der Firma abholen wolle. Erschrocken hatte sich Petermann gewehrt und vorgeschlagen, sie solle bei McDonalds essen und dann mit einer Taxe zur Wohnung fahren. Er würde ihr die Auslagen ersetzen. Mit Grausen dachte er an die kommenden Tage. Wie sollten die bloß werden, wenn die Woche schon so anfing? Aber er konnte doch nicht so ehrlos sein und seine kleine Schwester vor der Tür stehen lassen! Da er überhaupt keine Phantasie besaß, sah er keine andere Lösung des Problems.
Am Bahnhof stieg er aus und ging gedankenschwer den gewohnten Weg. Als er von der Goethe-Allee in die Schillerstraße bog, prallte er fast zurück. Bereits von weitem erkannte er seine Schwester. Sie stand vor einer Taxe und gestikulierte lebhaft. Laut schallte ihre Stimme zu ihm. Schrill schmerzte sie in seinem Ohr. Um Lydia herum lag Gepäck verstreut. Eine alte Dame mit Gehwagen musste auf die Straße ausweichen, weil sie auf dem Bürgersteig nicht mehr durchkam. Wilhelm überwand seinen Unmut und eilte tapfer hinzu.
Lydia balancierte auf hohen Absätzen zwischen dem Gepäck. Aber selbst ihr knapper Minirock und das enge, tief ausgeschnittene Top unter dem geöffneten Blazer bezirzte den Chauffeur nicht.
„Also, bezahlen Sie mich nun oder soll ich die Polizei rufen?“, grollte der Fahrer, als Wilhelm in Hörweite war.
„Warten Sie bitte noch etwas, mein Bruder muss jeden Augenblick kommen“, versuchte Lydia ihn zu vertrösten. Den fast zweijährigen Sascha hielt sie an der Hand. Der Junge weinte, sein Mund war weit aufgerissen, das Gesicht sah zerknautscht aus und die blonden Haare waren zerstrubbelt. An der Hauswand schrie das Baby im Kinderwagen und davor stand der Hund und jaulte. Nur der vierjährige Nico sah zufrieden aus. Er hatte sich einen Ast genommen und malte auf die Heckklappe des Autos.
Als Lydia aufsah, entdeckte sie ihren Bruder. „Ach, da bist du ja endlich.“ Sie fiel ihm um den Hals und küsste ihn rechts und links auf die Wangen.
Mühsam befreite sich Wilhelm. „Ich habe gesagt, ich bin 17.14 Uhr zu Hause, schau auf die Uhr. Ich bin pünktlich.“ Dann trat er einen Schritt vor, nahm Nico den Ast weg und den Jungen an die Hand. „Wenn du nicht so ungeduldig gewesen und vorzeitig hergekommen wärst, wäre diese peinlich Situation nicht eingetreten“, wies Wilhelm seine Schwester zurecht.
Anschließend wandte er sich dem Taxifahrer zu. „Entschuldigen Sie bitte, was bekommen Sie?“
„Inzwischen achtzehn Euro fünfzig“, erwiderte der Chauffeur entnervt.

(…)

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Unangemeldeter Besuch

Kalle Harms, der Chauffeur des Firmenbusses, wartete ungewohnt geduldig auf seinen letzten Fahrgast. Normalerweise fuhr er los, wenn die Kollegen nicht pünktlich waren. Die Vorwürfe am nächsten Tag prallten an ihm ab, wie Regentropfen an seiner gewachsten Windschutzscheibe. Schließlich musste er den Zeitplan einhalten, damit die Anderen ihren Anschlusszug erreichten. Bei Wilhelm Petermann musste etwas Schwerwiegendes vorgefallen sein, denn es war das erste Mal, dass er sich in siebenundzwanzig Jahren verspätete.
„Nun starten Sie doch endlich“, knurrte Rother ungeduldig.
Harms sah im Rückspiegel, wie sich Rother vorbeugte, dabei spannte das Jackett, sodass der Knopf abzuspringen drohte.
„Ja, sonst verpassen wir unsere Bahn“, stimmte Dr. Bräuer ein.
„Wir haben noch ein paar Minuten Zeit“, beschwichtigte Harms. Er holte sein Fahrtenbuch hervor und machte Eintragungen. Seit achtundzwanzig Jahren fuhr er den Firmenbus bis zum Bahnhof. Die restliche Zeit machte er Botendienste. Die meisten Mitarbeiter behandelten Harms herablassend, schließlich war er in ihren Augen ein einfacher Arbeiter, deshalb fühlten sie sich berechtigt, ihm Anweisungen zu geben. So manche Kämpfe hatte er auszutragen gehabt, denn er unterstand ausschließlich dem Chef der Autoabteilung.
Petermann war nicht nur so pünktlich, dass angeblich nach ihm die Werksuhr gestellt wurde, sondern behandelte jeden, wirklich jeden, in der Firma korrekt und höflich. Natürlich war er stets akkurat mit Anzug und Krawatte gekleidet und seine gelichteten Haare lagen ordentlich gescheitelt in Reih und Glied.
„Können wir diesen Korinthenkacker nicht zurücklassen? Dann erlebt er wenigstens einmal in seinem Leben etwas Abenteuerliches“, schlug Finn, der Auszubildende, vor. Sein Gesicht strahlte bei diesem Gedanken.
Allgemeines Gelächter belohnte seinen Vorschlag. Petermanns Umständlichkeit reizte alle und sorgte für reichlich Spott, den er stoisch ertrug. Nur Kalle Harms, der Pförtner und die Putzfrau waren dankbar, dass er sie genauso freundlich behandelte, wie die anderen Mitarbeiter und mochten ihn daher. Manchmal unterhielt Waltraut Müller sich mit ihm. Niemand nahm sich ansonsten Zeit, ihr zuzuhören. Sein Schreibtisch war immer aufgeräumt und ließ sich problemlos abwischen. Auch lag sein Müll im Papierkorb und nicht daneben wie bei den jungen Leuten im ersten Stock, die zu faul waren, jedes Mal aufzustehen, wenn sie etwas wegwerfen wollten.
Endlich erschien Petermann, ein untersetzter Mann mittlerer Größe. Ruhig, höchstens einen Tick schneller als üblich, lief er über den Hof.
„Mann, geben Sie Gas, wir schaffen es noch, bevor er hier ist“, rief Finn. Doch Harms schien ihn nicht zu hören.
„Fünf Minuten zu spät“, hielt Rother Petermann vor.
„Vielen Dank, Herr Harms, ich hatte ein dringendes Telefonat, es tut mir sehr leid“, entschuldigte sich Petermann.
„Da gibt es nichts zu entschuldigen. Wir verpassen Ihretwegen die Bahn“, knurrte Dr. Bräuer.
Petermann setzte sich wie üblich auf seinen Stammplatz hinter Kalle Harms, schaute auf die Armbanduhr und wandte sich an Rother. „Es sind nur vier Minuten und fünfzehn Sekunden.“
„Was hätten Sie gemacht, wenn wir weg gewesen wären?“, fragte Finn mit einem breiten Grinsen.
„Dann hätte ich trampen müssen“, erwiderte Petermann ernsthaft.
„Ha, da habe ich also recht. Harms hat Ihnen das Abenteuer Ihres Lebens vermasselt.“ Finns Stimme überschlug sich vor Eifer.
„Herr Harms“, korrigierte Petermann. Anschließend beachtete er Finn nicht weiter, sondern faltete wie gewohnt die Zeitung auseinander. So vermied er es, in das Firmengetratsche hineingezogen zu werden. Obwohl er zu lesen versuchte, kehrten seine Gedanken zum Telefonat zurück.

(…)

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