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Quallenalarm

„Nun komm schon. Ich muss mich abkühlen.“ Energiegeladen sprang Jessy auf und hielt Rena auffordernd eine Hand hin.

„Viel zu heiß“, murmelte Rena und schloss ihre Augen wieder. Sie war froh, dank des Strandkorbs im Schatten zu liegen und zu dösen. Bei dieser Hitze war jede kleinste Bewegung zu anstrengend. Wenn sie gewusst hätte, dass es an der Ostsee so heiß werden konnte, hätte sie auch gleich in die Tropen reisen können. Sie vertrug Sonne nicht, bekam sofort Kopfschmerzen, außerdem litt sie an einer Sonnenallergie. Sogar die teure Sonnencreme aus der Apotheke half nicht. Deshalb saß sie im Strandkorb unter einem Zelt aus Tüchern.

„Eben, deswegen will ich baden“, bestätigte Jessy.

„In der warmen Brühe?“, fragte Rena.

Doch Jessy gab nicht so schnell auf, sondern drängte sie so lange, bis Rena endlich aufstand und ihr folgte. Im flachen Bereich tobten kleine Kinder herum. Rena beeilte sich, in Jessys Nähe zu bleiben. Die war schließlich Rettungsschwimmerin und Rena traute sich nur mit ihr in die See. Sie selbst war froh, wenn sie nicht ertrank. In der Schule hatte sie jahrelang ihre gute Sportnote durch den Schwimmunterricht verdorben. Jessy begann zu schwimmen, während Rena sich an die Kälte gewöhnen musste. Dabei hatte die Ostsee sicher zwanzig Grad, aber die Luft war noch wärmer. Um Jessy nicht völlig zu verlieren, warf sich Rena todesmutig ins Wasser und paddelte wild hinterher. Doch was war das? Vor ihr trieb eine riesige Qualle. Rena hasste Quallen. Welche waren noch mal gefährlich? Egal, widerlich waren alle. Sie drehte ab. Auch daneben schwamm ein Wabbeltier. Vorsichtig tastete Rena nach dem Boden. Auf Zehenspitzen konnte sie gerade eben stehen. Ängstlich erkundete sie die Lage. Rundherum trieben rote Quallen in der Größe von Omas altem Sonnenhut.

„Hilfe, Jessy!“, schrie Rena. Leider hörte Jessy sie nicht, sondern entfernte sich unbeirrt weiter. Rena balancierte langsam auf Fußspitzen zurück. Immer eine sichere Lücke zwischen diesen ekligen Tieren suchend. Sie bewegte sich millimeterweise im Zickzack vorwärts.

„Hier ist eine freie Stelle“, sagte eine Stimme hinter ihr.

Rena wandte sich hastig um. Eine Welle brandete heran, riss sie von ihren Füßen und schwappte über ihren Kopf. Das Salzwasser brannte in den Augen und der Nase. Sie blinzelte. Ein paar Schritte vor sich sah sie menschliche Schemen. Jessy! Hilfesuchend stürzte sich Rena auf ihre Freundin und klammerte sich an deren Hals.

„Lassen Sie los. Sie erwürgen mich“, befahl jemand scharf.

Doch Rena hörte in ihrer Angst nichts mehr. Krampfhaft umschlang sie ihre vermeintliche Freundin mit Armen und Beinen.

„Wenn Sie nicht loslassen, ertrinken wir beide.“

Rena reagierte nicht. Erst als ihre Finger und Hände schmerzhaft aufgebogen wurden, kam sie zur Besinnung. Vor ihr befand sich ein bärtiges Männergesicht. Hilfe! Sie umarmte einen wildfremden Kerl. Wie peinlich!

Geschockt ließ sie los. Prompt ging sie unter und schluckte Wasser. Kräftige Arme zogen sie wieder an die Oberfläche. Prustend holte sie Luft. Der starke Mann trug sie zum Ufer, mitten durch die roten Feuerquallen. Am Strand setzte er sie ab. „Wenn man nicht schwimmen kann, sollte man sich nicht so weit in die See wagen.“

Glutrot im Gesicht beschloss Rena, die Bemerkung lieber zu überhören und sich bei ihrem Retter zu bedanken.

(…)

Cover_ebook Kopie

Leseprobe aus: „Sonne, Strand und Federwolken“

Vom 10.7. bis zum 21.7.17 gibt es das E-Book zum Einführungspreis von 99 Cent bei Amazon, Thalia, Weltbild, Hugendubel, Buch.de, Bücher.de und ebook.de.

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Es war einmal

Fahrräder2Reisezeit

Als junge Erwachsene zelteten wir im Sommer. Zum einen waren wir frei, konnten, wenn uns danach war, erst gegen Mittag frühstücken, zum anderen war es einfach schön, in der Natur zu sein. Nach dem Urlaub war ich immer abgehärtet, fror nicht mehr so schnell und bekam seltener Erkältungskrankheiten. Aber der Hauptgrund war natürlich das preiswerte Reisen.
Einmal im Jahr machten wir Freunden eine Fahrradtour. Mit Sack und Pack, Zelten und Grillzubehör fuhren wir sechzig bis achtzig Kilometer zu dem ausgewählten Campingplatz, um dann am übernächsten Tag wieder zurückzuradeln.
Wenn ich heute auf den Straßen Fahrradfahrer sehe, sind sie meistens in meinem Alter, häufig sogar älter. Junge Leute beobachte ich selten auf Radtouren. Auch unsere Kinder sind bequem, sie verzichten lieber auf eine Reise, wenn sie nicht im Hotel übernachten können.
Dabei entgeht ihnen so viel: Igel, die mitten in der Nacht den Käse auffressen. Mäuse, die das Brot annagen. Mücken, die keinen Respekt vor dicken Jeans haben. Hagelschauer, die eine Eisflut durch das Zelt treiben …
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Ferien in Hamburg

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Wenn man in Hamburg wohnt, braucht man nicht zu verreisen. Die Stadt ist grün und hat viel Wasser. Sobald die Sonne scheint, tummeln sich die Hamburger am, im oder auf dem Wasser. Elbe und Alster sind mit dann mit den weißen Segeln der Boote bedeckt. Auf der Alster und den Fleeten wird gerudert und gepaddelt. Und am Elbstrand und im Alsterpark sonnen sich die Städter, picknicken und grillen.
Natürlich kann man auch mit dem Alsterschiff die Stadt von der Wasserseite erkunden oder eine Hafenrundfahrt machen. Günstiger ist es, einfach mit der Fähre bis Finkenwerder zu fahren. Vorbei an den Landungsbrücken, der Werft, dem Fischmarkt, dem Museumshafen und den Villen der Elbchaussee.
Mit Ausflugsbooten geht es sogar nach Glückstadt oder Buxtehude oder durch die Vierlande bis Bergedorf.

Ferienbeschäftigung

Schon seit der Schulzeit liebe ich es, in den Ferien zu lesen. Egal, wo ich sie verbringe, schmökern kann ich überall. Ob daheim auf der Terrasse oder dem Balkon, ob am Strand oder in den Bergen nach einer langen Wanderung.
Morgens ausschlafen und vor dem Aufstehen noch im Bett lesen und natürlich abends vor dem Einschlafen auch noch eine Runde. Endlich habe ich Zeit und kann die Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke in Ruhe abarbeiten.
Als die Kinder klein waren, bauten sie Sandburgen und ich durfte lesen. Ab und zu musste ich dann den Sand aus den Seiten schütteln und auf dem Rückweg waren die durchgelesenen Bücher erheblich dicker, weil ich nicht alles hinausbekam. Eine Reisetasche war immer mit Lektüre gefüllt. Für mich und für die Kinder, in der Hoffnung, dass sie endlich einmal lesen würden, wenn sie nichts Besseres zu tun hatten. Fernsehen gab es nicht, auf jeden Fall keine deutschen Sender. Zum Glück glaubten sie es uns noch und spielten nicht selbst an der Satelliteneinstellung herum.
Dank der E-Books ist mein Gepäck in letzter Zeit erheblich leichter geworden. Und falls ich tatsächlich alles durchgelesen habe, muss ich nicht die letzte deutsche Illustrierte im Hotelkiosk kaufen, sondern kann ganz einfach etwas Neues herunterladen.
Ob allerdings meine Kinder diese Freizeitbeschäftigung übernehmen, bezweifle ich. Den jungen Leuten ist das Handy inzwischen an der Hand festgewachsen. Aber vielleicht schaffen sie es, zwischen lesen und schreiben von SMS und im Internet surfen, ein paar Seiten im E-Book zu blättern.