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Ein neues Gewand

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Endlich habe ich mir für meinen Unterhaltungsroman „Petermanns Chaos“ ein neues Cover besorgt. Sieht es nicht gut aus? Mir gefällt die Arbeit von Tom Jay ausgezeichnet. Es passt hervorragend zu Wilhelm Petermanns mentaler Situation, denn in dem wohlgeordnete Leben des pedantischen Buchhalters bricht Chaos aus, als sich seine lebhafte Schwester mit drei Kindern, Hund und Katze bei ihm einnistet.

Das E-Book erscheint am 19.3.17. Zur Wiedereinführung gibt es das E-Book vom 19.3. bis 22.3.17 zu 0,99 €. Für Leser, die lieber ein richtiges Buch in der Hand halten möchten, habe ich es auch noch als Taschenbuch herausgegeben.

172 Seiten

ISBN-13: 978-3743142060

Taschenbuch bei Amazon, Thalia, Hugendubel

E-Book bei ThaliaAmazon,  Weltbild,

Hugendubel

 

Alle Jahre wieder

… kommt die Weihnachtszeit mit Weihnachtsgeschichten für Zeitschriften, befreundete Blogs oder einfach weil es mir Spaß macht, Weihnachtsgeschichten zu schreiben, denn was gibt es Schöneres als ausgerechnet Weihnachten die große Liebe zu finden? Oder wenigstens davon zu träumen.
Im Lauf der Jahre habe ich so einige Kurzgeschichten fabriziert. Viele sind in Zeitschriften, als kleines E-Book oder im Internet erschienen, andere sind ganz neu. Schon lange will ich sie zusammentragen und als Buch herausgeben. Jetzt habe ich mich endlich dazu aufgerafft, habe in meinen Ordnern gewühlt und geeignete Geschichten zusammengefügt. Anschließend habe ich sie noch einmal überarbeitet und einer Lektorin geschickt.
Während das Manuskript von ihr kontrolliert wurde, habe ich nach einem passenden Titel gesucht. Zwei große Seiten mit Ideen habe ich aufgeschrieben, die meisten waren ziemlich langweilig. Schließlich funkte es beim Autofahren:

Schneegestöber, Tannenduft und Sternenglitter

Ich hoffe, meine Leser finden den Titel auch schön und nicht nur ihn, sondern auch die Geschichten. Tom Jay hat mir dazu ein passendes Cover gezaubert. Jetzt muss ich das Manuskript nur noch formatieren und als E-Book veröffentlichen, dann kann Weihnachten wirklich kommen.

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Foto © Dmytro Smaglov – Fotolia.com

Covergestaltung: TomJay / bookcover4everyone – http://www.tomjay.de

Ferienbeschäftigung

Schon seit der Schulzeit liebe ich es, in den Ferien zu lesen. Egal, wo ich sie verbringe, schmökern kann ich überall. Ob daheim auf der Terrasse oder dem Balkon, ob am Strand oder in den Bergen nach einer langen Wanderung.
Morgens ausschlafen und vor dem Aufstehen noch im Bett lesen und natürlich abends vor dem Einschlafen auch noch eine Runde. Endlich habe ich Zeit und kann die Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke in Ruhe abarbeiten.
Als die Kinder klein waren, bauten sie Sandburgen und ich durfte lesen. Ab und zu musste ich dann den Sand aus den Seiten schütteln und auf dem Rückweg waren die durchgelesenen Bücher erheblich dicker, weil ich nicht alles hinausbekam. Eine Reisetasche war immer mit Lektüre gefüllt. Für mich und für die Kinder, in der Hoffnung, dass sie endlich einmal lesen würden, wenn sie nichts Besseres zu tun hatten. Fernsehen gab es nicht, auf jeden Fall keine deutschen Sender. Zum Glück glaubten sie es uns noch und spielten nicht selbst an der Satelliteneinstellung herum.
Dank der E-Books ist mein Gepäck in letzter Zeit erheblich leichter geworden. Und falls ich tatsächlich alles durchgelesen habe, muss ich nicht die letzte deutsche Illustrierte im Hotelkiosk kaufen, sondern kann ganz einfach etwas Neues herunterladen.
Ob allerdings meine Kinder diese Freizeitbeschäftigung übernehmen, bezweifle ich. Den jungen Leuten ist das Handy inzwischen an der Hand festgewachsen. Aber vielleicht schaffen sie es, zwischen lesen und schreiben von SMS und im Internet surfen, ein paar Seiten im E-Book zu blättern.

Erfolg lässt sich nicht erzwingen – noch eine Leseprobe

(…)
Melanie genoss den Abend. Mirko stellte sie seinen Bekannten vor. Sie konnte sich die vielen Namen nicht so schnell merken.
„Kennst du die ganze Stadt?“, fragte sie.
Mirko lachte. „Nein, aber ich tanze schon sehr lange und Tänzer kennen sich untereinander.“
Er tanzte mit einigen anderen Frauen, deren Partner so anständig waren, sie ebenfalls aufzufordern.
Sie wechselte mit den Herren immer ein paar Worte. Anscheinend hatte Mirko schon einmal mit jedem von ihnen zusammen trainiert. In verschiedenen Vereinen über ganz Berlin verstreut. Melanie war völlig verwirrt. Wahrscheinlich verstand sie ihre Partner bei den kurzen Gesprächen während des Tanzens nicht richtig.
Später setzte sich Melanie, schlüpfte unter dem Tisch aus den Tanzschuhen und bewegte die Zehen ihrer brennenden Füße.
„Gefällt dir unser Ball?“, fragte eine Rothaarige.
„Sehr. Ihr habt einen tollen Saal.“
„Wir haben auch tagelang geräumt, geputzt und geschmückt.“ Die Rothaarige lachte.
„Wie zu Hause, wenn man eine Party gibt.“
Später erfuhr Melanie, dass die Rothaarige eine ehemalige Partnerin von Mirko war.
Gegen ein Uhr wurde die Fläche leerer. Jetzt zeigten die Turniertänzer, was sie konnten. Auch die Rothaarige schwebte leichtfüßig über die Fläche.
Mirko tanzte mit verschiedenen Damen, während Melanie am Rand saß und zuschaute. Sie bewunderte sein Können. Hoffentlich war er mit ihr wirklich zufrieden.
„Du solltest dir deine Haare färben lassen“, sagte die Rothaarige, die sich wieder neben sie setzte.
„Warum?“ Melanie war bisher mit ihrer Haarfarbe ganz zufrieden gewesen, auch wenn sie unauffällig war und in Deutschland recht häufig auftrat.
„Damit du auf der Tanzfläche gesehen wirst.“
Melanie nickte. „Schwarz und hellblond stehen mir bestimmt nicht. Dann sehe ich wie eine Leiche aus.“
Die Rothaarige musterte sie gründlich. „Nur ein paar Strähnchen. Rot wäre gut.“
Melanie lächelte. „Ich werde es mir überlegen. Aber erst einmal brauchen wir eine Folge, mit der wir antreten können.“
„Du tanzt gut. Du kannst folgen und siehst elegant aus“, stellte die andere fest.
„Danke!“, sagte Melanie überrascht. „In welcher Klasse tanzt du?“
„Seit zwei Jahren in der S Klasse. Aber jetzt wollen wir eine Babypause einlegen. Vielleicht fangen wir in ein paar Jahren wieder an.“
Ein großer schwarzhaariger Mann setzte sich zu ihnen. „Mein Mann Jörg“, stellte die Rothaarige vor.
„Jörg und …?“, fragte Melanie. „Tut mir leid, ich habe kein Namensgedächtnis und heute waren es so viele neue Namen und Gesichter.“
„Nadine. Jörg und Nadine.“
In der letzten halben Stunde forderte Mirko sie wieder auf. „Lust auf einen Jive?“
Melanie nickte und suchte mit den Füßen nach ihren Schuhen. Nirgends fand sie sie, obwohl sie schon gegen Nadines Beine stieß.
„Tut mir leid“, murmelte sie und tauchte nach unten. Ihre Schuhe waren nicht zu sehen. Barfuß lief sie um den Tisch herum und suchte sie.
„Suchen Sie die?“ Ein schlanker Herr mit vollen dunkelblonden Haaren hielt ihr die Schuhe hin.
„Oh!“ Sie schluckte und bekam kein Wort heraus.
Er lächelte. Um seine grünen Augen bildete sich eine Reihe Lachfältchen.
„Sie hatten es schon allein fast bis zur Tanzfläche geschafft.“ Er nickte ihr zu und verschwand im Gedränge.
Melanie fiel nicht rechtzeitig eine passende Antwort ein. Stattdessen schlüpfte sie in die Schuhe. Mirko grinste. Als sie endlich auf der Fläche standen, war die Musik gerade vorbei. Aber sie nahmen die anschließende Samba. Jetzt hatten sie Platz. Die meisten waren schon nach Hause gegangen. Nur eine kleine Gruppe Unverwüstlicher hielt noch die Fahne hoch und tanzte. Selbst die Zwei-Mann-Combo packte ihre Geräte ein. Inzwischen kam die Musik aus dem CD-Spieler.
„Wenn ich bloß so toll wie Nadine tanzen könnte“, seufzte Melanie.
„Wir üben, bis du es kannst“, versprach Mirko.
(…)

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Erfolg lässt sich nicht erzwingen

Erfolg lässt sich nicht erzwingen – eine weitere Leseprobe

(…)
Dirk stand an der Bar und bestellte zwei Bier.
„Bekommst du nicht Lust, wieder zu tanzen?“, fragte sein Freund Bernd.
„Im Tanzkreis? Nee, das macht mir keinen Spaß mehr und fürs Turniertanzen fehlt die Zeit.“
„Beginn doch einfach mit dem Training. Einmal die Woche schaffst du. Damen gibt es genug. Und wenn es passt, steigerst du es.“
„Die Partnerin wird sich bedanken, wenn ich nie kann.“ Dirk schüttelte den Kopf und trank einen Schluck. Dann drehte er sich zu den Tänzern auf dem Parkett um. Mirko, den er noch von seiner aktiven Zeit als Turniertänzer kannte, führte eine attraktive Frau über das Parkett. Ein bisschen unauffällig, aber wirklich hübsch. Der schwarzhaarige Mirko und die dunkelblonde, etwas kleinere Fremde gaben ein schönes Paar ab.
„Mirkos neue Partnerin.“
„Ihr Stil gefällt mir.“
„Ich glaube nicht, dass das gutgeht. Sie ist erst C Klasse und er tanzt schon in der A Klasse.“
„Oh, lässt er sich wieder einmal zurückstufen?“ Dirk grinste.
„Wahrscheinlich. Er hat ja Übung.“
Dirk zuckte die Schultern. „Sie hat Potential.“ Wenn er ihr so zusah, bekam er tatsächlich Lust, wieder zu tanzen. Aber das konnte er seinem Sohn Lasse nicht zumuten. Der sah seinen Vater schon so viel zu selten.
„Bei Mirko braucht sie gute Nerven und viel Zeit. Wieso hat sich das eigentlich noch nicht herumgesprochen?“
Dirk beobachtete das Paar eine Weile, während seine Füße zuckten. Schließlich forderte er eine Bekannte auf.
Mirkos Partnerin sah er auch noch mit ein paar anderen Herren tanzen. Jedes Mal machte sie eine gute Figur. Sie schien sich leicht führen zu lassen. Später sah er sie an der Bar stehen und mit Mirko lachen. Sie strahlte eine Herzenswärme aus. Verliebt himmelte sie Mirko an.
Bevor Bernd seine Frau aufforderte, verpflichtete er Dirk als Fotograf für das nächste Turnier. „Ich nehme immer nur die Rücken auf, außerdem macht meine Kamera nicht so gute Bilder.“
„Zu viel Arbeit.“
„Tu mir den Gefallen. So häufig richten wir keine Turniere aus.“
Dirk stöhnte, versprach dann aber mitzumachen.
(…)

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Erfolg lässt sich nicht erzwingen – Leseprobe

Erfolg lässt sich nicht erzwingenKapitel 1

Melanie stand im Laden und schob die Kleider auf der Stange weiter. Eins war schöner als das andere. Aber standen sie ihr auch? Sie wollte zum Ball in Köpenick besonders hübsch aussehen. Mirko sollte stolz auf sie sein. „Mach dich nicht lächerlich“, hatte ihre Tanzfreundin Astrid gemeint. „Es sind doch nur zwei Jahre und nicht zwei Jahrzehnte.“ Doch Melanie kam sich mit ihren siebenunddreißig Jahren neben dem vierunddreißigjährigen Mirko uralt vor. Vielleicht lag es daran, dass er erheblich besser als sie tanzte. Außerdem musste sie seinetwegen in einer Turniergruppe mit jüngeren Tänzern starten. Sie nahm zwei Kleider in die Umkleidekabine und probierte sie an. Das eine hing wie ein Sack an ihr. Schnell schlüpfte sie wieder hinaus. Das zweite schien wie für sie gemacht. Türkis, mit großem Ausschnitt vorne und hinten, und für die Beinfreiheit hatte es einen seitlichen Schlitz bis zum Oberschenkel. Sie schaute auf den Preis und schluckte. Nein, sie musste es unbedingt haben. Dann musste sie eben in diesem Monat beim Essen sparen und den wöchentlichen Kinobesuch absagen. Ihr würde schon etwas einfallen, um Astrid zu vertrösten. Das neue Strasscollier und die dazugehörigen Ohrringe würden passen. Daheim zog sie gleich alles an. Sie kam sich wie eine Märchenprinzessin vor. Nur die glatt herunterhängenden Haare gefielen ihr nicht. Also besorgte sie sich Haarnadeln und Haargummi. Im Internet fand sie die passende Anleitung. Allerdings sah es einfacher aus, als es war. Die Haare rutschten ihr immer wieder weg. Ein Teil hing heraus und der Dutt war schief. Es war zum Verzweifeln. Nach weiteren vergeblichen Versuchen mit anderen Anleitungen pfefferte sie Haarnadeln und Gummibänder wütend in die Ecke. Morgens beim Föhnen beschloss sie, sich einen Frisörtermin zu gönnen. In der Mittagspause setzte sie sich in das Büro der kleinen Buchhandlung, in der sie arbeitete, und telefonierte herum. Entweder hatten die Frisöre keine Zeit oder sie machten keine Hochsteckfrisuren. Bei einer jungen Türkin war sie endlich erfolgreich und vereinbarte für Samstagmittag einen Termin. Vormittags musste sie arbeiten. Der Frisörsalon sah aus, als sei er seit vierzig Jahren nie verändert worden. Dafür hatte das Mädchen wirklich geschickte Hände. „Da muss etwas hinein, für einen Ball muss es ein Hingucker sein.“ Suchend schaute sie sich um. „Einen Augenblick.“ Sie verließ den Laden, lief über die Straße und verschwand. Ungeduldig spielte Melanie mit ihren Händen. In einer Stunde würde Mirko sie abholen. Was sollte er denken, wenn er vor verschlossener Tür stand? Dazu musste sie sich auch noch umziehen und schminken. Sie überlegte schon, den Umhang auszuziehen, einen Geldschein hinzulegen und zu verschwinden. Gerade als sie tatsächlich aufstand und am Umhang herumfummelte, um ihn abzulegen, ging die Tür wieder. Sie sah im Spiegel die Frisörin. „Es hat leider etwas gedauert, dafür passt es jetzt!“ Sie hielt eine violette Blume in der Hand und arbeitete sie Melanie in die Haare ein. Zum Schluss sprühte sie Haarlack und anschließend Glitter über die Haare. Dann holte sie den Spiegel und ließ ihre Kundin hineinschauen. Melanie hielt den Atem an. So wunderbar hatten ihre Haare noch nie ausgesehen. Die lila Blüten hoben sich von ihren mittelblonden Haaren ab. Es wirkte viel lebhafter als sonst. Vor Begeisterung gab sie dem Mädchen zehn Euro Trinkgeld. Hier würde sie wieder hingehen. Daheim beeilte sie sich mit dem Schminken. Sie dachte an Margas Ratschläge und versuchte ihre Augen mit hellen Farben größer zu schminken, modellierte ihr Gesicht mit afrikanischer Erde und malte sich einen großen Kussmund. Sie war vom Ergebnis angenehm überrascht. Im Spiegel des schlecht erleuchteten Flurs wirkte sie geheimnisvoll. Mirko holte sie pünktlich ab. Als sie im Ballsaal in Köpenick eintrafen, war der Raum gut gefüllt. „Oh, die Abordnung des Tanzclubs Lietzensee ist da“, begrüßte sie ein Mann im Anzug gleich an der Tür und führte sie zu ihrem Tisch. Mirko hatte Plätze direkt an der Tanzfläche besorgt, sodass sie den anderen Tänzern zusehen konnten. Einige junge Mädchen führten Modern Dance vor. Leider merkte sich Melanie den Namen der Gruppe nicht. Das gefiel ihr nämlich viel besser als Square Dance und falls Mirko es sich noch anders überlegte und eine erfahrenere Tänzerin auswählte, wollte sie probeweise in so einer Gruppe mitmachen. Sie schaute ihn an. Sie konnte es immer noch nicht glauben, mit ihm zu tanzen. Es war doch so schwierig, als Dame einen Tanzpartner zu finden. Zudem sah er mit seinen schwarzen Haaren und den blauen Augen hinreißend aus. Mirko wurde von allen Seiten begrüßt. „Meine neue Partnerin Melanie“, stellte er sie vor. Ein paar seiner Bekannten grinsten. Zwei Frauen musterten sie und lächelten dabei so komisch. Ob die neidisch waren? Wer weiß, wie gut ihre Partner tanzten. Mirko führte sie gleich beim ersten Tanz aufs Parkett. Melanie genoss es, sich von ihrem gutaussehenden Tanzpartner führen zu lassen. Selbst auf kleinstem Raum schaffte er es, irgendeine Figur zu tanzen, statt vom rechten auf das linke Bein zu wechseln, wie es eine Reihe der Paare um sie herum machten. Ab und zu forderten seine Bekannten sie auf. Doch mit den meisten kam sie nicht so gut zurecht wie mit ihm. (…)

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Verlier nie die Hoffnung

OLYMPUS DIGITAL CAMERAFassungslos betrachtete Vanessa das Schreiben in ihrer Hand. Eigentlich hatte sie schon längst geahnt, dass es so kommen würde. Aber sie hatte es nicht wahrhaben wollen. Ihr Chef hatte sein Geld falsch angelegt. In der Gier, immer mehr Reichtum anzuhäufen, hatte er in fragwürdige Papiere investiert. Und jetzt war nicht nur sein privates Vermögen hin, jetzt war auch seine Firma pleite und die fünf Mitarbeiter mussten entlassen werden.

Noch am gleichen Tag eilte Vanessa zum Arbeitsamt und meldete sich arbeitslos.

„Im kaufmännischen Bereich sieht es sehr schlecht aus. Sogar den Versicherungen geht es nicht gut, wie Sie selbst sehen.“ Die Beraterin war nicht gerade aufbauend.

„Und was soll ich jetzt Ihrer Meinung nach tun?“

„Suchen, immer weiter suchen, bereit sein, einen weiten Anfahrtsweg auf sich zu nehmen. Am besten wäre es, wenn Sie in eine Region ziehen, der es wirtschaftlich besser geht.“

„Zum Beispiel, im Münchener Raum ist die Arbeitslosigkeit viel niedriger als bei uns.“

„Aber ich bin verheiratet und mein Mann hat einen guten Job“, widersprach Vanessa. Die Beraterin zuckte die Schultern und schickte sie weg mit dem Versprechen, ihr freie Stellen zu melden.

Am Abend wartete sie auf Ralf. Sie musste unbedingt mit jemanden sprechen. Doch er kam nicht zur gewohnten Zeit. In den letzten Monaten blieb er viel zu lang in der Firma. Vanessa machte sich schon Sorgen um seine Gesundheit. Aber heute brauchte sie ihn besonders. Sie überlegte kurz, ihn in der Firma anzurufen, allerdings ärgerte er sich darüber immer. „Herr Hermann es nicht mag, wenn ich Privatgespräche führe.“

Sollte sie lieber mit ihrer besten Freundin Hella telefonieren und sich den Kummer von der Seele reden? Sie ließ es, weil Ralf es ihr verübeln würde, wenn er es nicht als Erster erfuhr.

Gegen neun Uhr kam er endlich nach Hause.

Vanessa fiel ihm um den Hals. „Ich habe so auf dich gewartet.“

Er schob sie von sich und zog erst einmal seine Jacke aus.

„Was gibt es zu essen?“

„Aufschnitt, außerdem habe ich geräucherte Makrele besorgt.“ Es irritierte Vanessa, dass er so gar kein Interesse an ihren Sorgen hatte. „Ich muss wirklich dringend mit dir sprechen.“

„Was ist denn los? Ist jemand gestorben?“

Sie setzten sich an den Tisch. Vanessa traute sich nicht, mit der Tür ins Haus zu fallen. Beim Essen wollte Ralf sich nicht mit ernsthaften Dingen beschäftigen. Anschließend las er die Tageszeitung.

„Ich bin gekündigt worden“, erzählte sie, als sie sich auszog. Ralf lag bereits im Bett, da sie zuerst Zähne geputzt hatte. „Ich war auch schon beim Arbeitsamt. Die haben natürlich keine freien Stellen.“

„Das war zu befürchten. Such im Internet. Die meisten Stellen werden inzwischen darüber vergeben. Außerdem ist eine Bewerbung per Mail oder Homepage viel günstiger und schneller.“ Damit war das Problem für ihn gelöst und er drehte sich um und schlief gleich ein.

Vanessa hörte seinen gleichmäßigen Atem, während sie sich die Tränen wegwischte.

(…)

aus „Verlier nie die Hoffnung